Beitritt Litauens zur Euro-Zone – Neue Euro-Münzen

Zum 1. Januar 2015 ist Litauen der Euro-Zone beigetreten. Damit kommen auch litauische Euro-Münzen in den Umlauf. Auch Andorra gibt seit Jahresanfang eigene Euro-Münzen aus.

Litauen ist der 19. Staat der Euro-Zone. Das Land gibt damit seine eigene Währung, den Litas, auf, und darf gleichzeitig Euro-Münzen mit einer individuell gestalteten Rückseite prägen. Einige Länder, wie Deutschland, zeigen dabei unterschiedliche Motive auf den Münzen. Litauen beschränkt sich auf eine Darstellung für alle Münzen, vom 1-Cent- bis zum 2-Euro-Stück.

Euro-Münze Litauens

Euro-Münze Litauens (Foto: Lietuvas Bankas)

Auf der Rückseite ist Vytis abgebildet. Vytis heißt der Ritter mit Schwert und Schild, der, auf einem Pferd sitzend, auch das litauische Staatswappen schmückt. Schon seit dem 14. Jahrhundert war dieser weiße Ritter ein Symbol der litauischen Herrscher. Die litauischen Münzen sind darüber hinaus durch das Wort „Lietuva“ – der Landesname auf Litauisch – zu erkennen, das unter dem Ritter steht. Am Rand der 2-Euro-Münzen sind die Wörter „LAISVĖ, VIENYBĖ, GEROVĖ“ eingeprägt, die übersetzt für „Freiheit, Einheit, Wohlergehen“ stehen. Auf den deutschen 2-Euro-Münzen steht „Einigkeit und Recht und Freiheit“.

Der Litas wird am 16. Januar 2015 seinen Status als gesetzliches Zahlungsmittel verlieren. Damit werden alle bisherigen Münzen und Banknoten des Landes aus dem Verkehr gezogen.

Litauen wollte schon 2007 der Euro-Zone beitreten

Litauen ist der letzte der drei baltischen Staaten, der den Euro einführt. Estland ist seit 2011 und Lettland seit 2014 Euro-Mitglied. Dabei wollte Litauen ursprünglich bereits schon zum 1. Januar 2007 als erstes der drei Länder die Gemeinschaftswährung einführen. Der Litas war schon seit 2002 an den Euro gebunden. Im Jahr 2006 verfehlte Litauen jedoch eines der Maastricht-Kriterien: Die Inflationsrate lag knapp um 0,06 Prozentpunkte über dem geforderten Wert.

Nun erfüllte Litauen nicht nur das Inflationsziel, sondern auch die beiden anderen Kriterien: Die Gesamtverschuldung lag 2014 bei 41 % des Bruttoinlandsprodukts und damit deutlich unter der Grenze von 60 %. Das Haushaltsdefizit lag bei 1,2 % des Bruttoinlandsprodukts und damit auch unter dem Limit von 3 %.

Auch Andorra gibt eigene Euro-Münzen aus

Parallel zu Litauen bringt auch Andorra zum 1. Januar 2015 eigene Euro-Münzen in Umlauf. Der Pyrenäenstaat ist zwar kein formales Euro-Zonen-Mitglied, nutzt aber den Euro wie Monaco, San Marino und Vatikanstadt schon seit dessen Einführung. Eine Vereinbarung mit der EU erlaubt diesen Ländern eigene Münzen zu prägen. In Andorra verzögerte sich die Ausgabe der Euro-Münzen, da das Land bis dato nicht in vollem Umfang die EU-Gesetze zur Verhinderung von Geldwäsche umsetzte. Aufgrund der geringen Menge geprägter Münzen dürften die Münzen in erster Linie für Sammler interessant sein und kaum in die Geldbeutel europäischer Verbraucher gelangen.

Die 1-, 2- und 5-Cent-Münzen zeigen auf der Rückseite eine Gämse und einen Bartgeier und die 10-, 20- und 50-Cent-Stücke die Kirche Santa Coloma. Auf der Rückseite der 1-Euro-Münze ist das Casa de la Vall, der Sitz des andorranischen Parlaments, und auf dem 2-Euro-Stück das Staatswappen, zwei friedliche Kühe, zu sehen.

 

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