Familienpflegezeit und Pflegeunterstützungsgeld

Damit sich Arbeitnehmer kurzfristig um einen Pflegefall in der Familie kümmern können, wird seit dem 1. Januar 2015 für eine Auszeit von max. zehn Arbeitstagen Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatz bezahlt. Die Pflegeversicherung zahlt 90 % des ausbleibenden Nettoeinkommens, maximal 96,25 Euro pro Tag. Bisher war die zehntägige Pflegezeit unbezahlt.

 

family-469580_1280Wenn zehn Arbeitstage nicht ausreichen, kann sich der Arbeitnehmer teilweise oder vollständig für bis zu sechs Monate von seiner beruflichen Tätigkeit freistellen lassen. Zum Ausgleich des Verdienstausfalls gibt es ab 2015 einen Rechtsanspruch auf ein zinsloses Darlehen, das in Raten ausgezahlt wird, um den Lebensunterhalt abzusichern.

 

Das zinslose Darlehen zur Entgeltaufstockung ist vom Arbeitgeber beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zu beantragen. Für den Arbeitgeber erfolgt die Refinanzierung des Aufstockungsbetrags – unabhängig von der Unternehmensgröße – in monatlichen Raten über ein zinsloses Bundesdarlehen, das von der KfW-Bankengruppe ausgezahlt wird. Nach den Vorgaben des Familienpflegezeitgesetzes soll die Familienpflegezeit für den Arbeitgeber kostenneutral und ohne finanzielles Risiko sein.

 

Die Familienpflegezeit darf max. 24 Monate betragen. Dabei kann der Arbeitnehmer sich bis zu sechs Monate ganz von der Arbeit freistellen lassen. In den sich anschließenden 18 Monaten muss mind. 15 Stunden in der Woche gearbeitet werden. Von der Ankündigung bis zum Ende der Pflegezeit besteht Kündigungsschutz. Von den gesetzlichen Regelungen ausgenommen sind dabei Kleinbetriebe mit 15 oder weniger Beschäftigten.

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